Vor dem Hintergrund des historischen Ortes und der besonderen Bedeutung der Gedenkstätte Sachsenhausen wurde ein architektonisches Konzept entwickelt, das sich bewusst zurücknimmt und eine Haltung des Respekts, der Ruhe und der Sensibilität einnimmt. Der Entwurf formuliert zwei neutrale, helle Baukörper, die als schlichte, leise Architekturen in ihrer Erscheinung fast kontemplativ wirken. Ihre ruhige Geometrie, Maßstäblichkeit und Ausrichtung an den historischen Achsen – insbesondere in Bezug auf das ehemalige SS-Wirtschaftsgebäude – fügen sich mit Zurückhaltung in den Ort ein.

Ein großes transparentes Dach ermöglicht einen geschützten Ort des Ankommens. Der Weg es Ankommens wird als Übergang vom Alltag in den historischen Kontext gelesen – ein bewusst gesetzter Schwellenraum, der nicht belehrt, sondern vorbereitet. Die beiden Gebäude verstehen sich nicht als dominante Zeichen, sondern als Raumträger für Information, Dialog und Reflexion. Ihre Gestaltung folgt der Idee eines klaren, offenen Hintergrundes – eines Raums, der durch seine Neutralität Orientierung und Haltung vermittelt, ohne zu interpretieren. Dabei entsteht eine stille Präsenz, die Platz schafft – für Menschen, Inhalte und Erinnerungen.

In ihrer Gesamtheit bilden BIZ und Seminargebäude einen diskreten architektonischen Rahmen, der durch Licht, Proportion, Materialität und bewusste Zurückhaltung dem Ort seine Würde belässt – und gleichzeitig eine zeitgemäße, funktionale Infrastruktur für Information, Bildung und Erinnerung bietet.



Verfahren: Wettbewerb
Ort: Sachsenhausen
Bilder: filippo bolognese images
Zusammenarbeit: Koeber Landschaftsarchitektur GmbH, Engelsmann Peters GmbH
Modellbau: Béla Berec

BIZ für die Gedenkstätte Sachsenhausen