Unser Wettbewerbsbeitrag versteht das Schutzdach als dienendes Bauwerk – eine schützende, funktionale und zugleich poetische Geste über dem Herzstück der Kokerei Zollverein. Es wahrt Distanz und Respekt gegenüber dem Denkmal und übersetzt dennoch den Rhythmus und die Kraft der industriellen Produktion. Der Ausdruck ist freundlich, zurückhaltend und mit einer eigenständigen Eleganz. Es fügt sich durch seine zarte rötliche Farbigkeit selbstverständlich in die industrielle Landschaft ein, wahrt die Dominanz des Bestands und wird zugleich zu einem klaren Zeichen des Erhaltungswillens. Es ist kein ikonisches Objekt, sondern eine Haltung: ein Schutz, der dient – funktional, technisch präzise und kulturell sensibel. Die Form des Dachs entsteht aus seiner Funktion: Schutz, Entwässerung und Integration der Photovoltaik bilden die Grundlage seiner Gestalt. Die leicht wellenförmige Dachkante zur Schauseite nimmt zugleich gestalterisch die Abfolge der Öfen und Fackeln auf und erzeugt eine feine Bewegung, die die Länge der Batterien gliedert und rhythmisch belebt. Zur rückwärtigen Seite hin beruhigt sich diese Bewegung in eine gerade Linie, wodurch das Dach zur angrenzenden Löschgleishalle hin ruhig und gefasst wirkt.

Verfahren: Wettbewerb
Ort: Essen
Bilder: filippo bolognese images
Zusammenarbeit: Engelsmann Peters GmbH

Schutzdach Kokerei Zollverein Essen