Der Informationspavillon versteht sich als freigelegte Schichtung des Stadtraums. Der Boden wird sinnbildlich aufgeschnitten und zum Dach; geschliffener Beton und transparente Hüllen verzahnen Innen- und Außenraum. Der architektonische Rahmen des Pavillons lenkt den Blick gezielt auf die historische Brandwand. Die Anordnung der Sitzbänke ermöglicht flexible Nutzungen wie Vorträge oder Filmvorführungen. Der Pavillon im ehemaligen Transitbereich dient als Aufenthaltsbereich für Besuchergruppen, ermöglicht Orientierung und bereitet den Besuch vor.

Der Pavillon fügt sich in das Feld von Flächen, die aus dem Boden geschnitten und hochgeklappt werden. Die Wandscheiben inszenieren zwei gegensätzliche Raumqualitäten: Aufragende Wandscheiben wirken zunächst als hermetische Barriere, die die Leere und Härte des ehemaligen Niemandslandes bewahrt. Belegt mit Bildcollagen des Grenzüberganges, visualisieren sie den Konflikt. Auf der Rückseite entfalten sich offene Themeninseln mit hoher Aufenthaltsqualität.

An der Peripherie der Wandscheiben bietet eine hainartige Baumpflanzung Rückzug und Kontemplation. Sitzfelder fördern Austausch, Einzelbänke dienen als Rückzugsorte. Der Stadtboden wird als Patchwork aus Ortbeton – versehen mit Zuschlägen aus vor Ort entnommenen Belägen und Besenstrich-Oberflächen – gestaltet.

Der Grundgedanke des Wettbewerbsbeitrags ist ein lebendiger urbaner Bildungs- und Erinnerungsort, der Austausch, Reflexion und Verständigung ermöglicht - ein demokratischer Ort. Die Gestaltung verzichtet bewusst auf eine rekonstruierende Geste, legt stattdessen die unterschiedlichen Zeitschichten frei und bringt sie miteinander in Dialog.

Verfahren: Offener Realisierungswettbewerb, 2. Preis
Ort: Berlin
Bilder: Projektteam
Zusammenarbeit: Koeber Landschaftsarchitektur, space 4

Checkpoint Charlie: Bildungs- und Erinnerungsort