Das neue Feuerwehrgebäude erhält seinen einzigartigen Charakter durch einen sensiblen Umgang mit dem vorgefundenen Ort und die Reaktion auf die vermeintlich schwierigen Randbedingungen. Die entwickelte Gebäudetypologie formte sich als logische Folgerung aus den zahlreichen funktionalen Anforderungen einer Feuerwehr und den hohen Außenflächenbedürfnissen. Als eingeschossiger Baukörper gräbt sich das Feuerwehrgebäude in den Hang ein und geht an seinen äußeren Flanken sanft in diesen über.
Die dynamischen Abläufe der Feuerwehr spiegeln sich in einer klaren Funktionstrennung und einer optimierten Grundrissstruktur ohne störende Kreuzungspunkte wider. Die Fahrzeughalle mit ihren sechs Stellplätzen positioniert sich zentral als Kernstück mit direkten Verbindungen in die weiteren Funktionsbereiche. Jeweils seitlich gliedern sich leicht zurückversetzt im Osten das Foyer mit dem Schulungsbereich und im Westen die Büroräume mit der Einsatzzentrale an. Über die gesamte Gebäudelänge nimmt die Nebenraumspange mit den Umkleiden, Sanitär- und Technikräumen im rückwärtigen hangseitigen Bereich ihren Platz ein.
Der großzügige vorgelagerte Feuerwehrhof erfüllt durch eine klare Zonierung die Funktionen für das störungsfreie An- und Ausrücken sowie für die regelmäßig angesetzten Übungen. Auf der östlichen Hofseite bildet der Übungsturm als optische Adresse den Hochpunkt der neuen Bebauung und ist mit Blickbeziehung zum Schulungsbereich positioniert. Ist das Gebäude in erster Linie für die reibungslose und schnelle Einsatzarbeit konzipiert, so steht den Feuerwehrleuten mit dem Schulungsbereich und der vorgelagerten östlichen Hoffläche zum Weiher und Grünraum hin zusätzlich ein Ort für ihre Kammeradschaftspflege zur Verfügung.
Fertigstellung: 2024
Wettbewerb: 1.Preis
BGF: 1.182 m²
BRI: 6.240 m³
Bauherr: Große Kreisstadt Überlingen
Ort: Überlingen
Fotos: Brigida González
Feuerwehr Überlingen